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Kritische IIRM-Entscheidungen in östereichischen Banken - Ergebnisse einer internationalen Studie

C. Müller, M. SEGALLA, K. Sandner

Journal für Betriebswirtschaft

2000, vol. 50, n°6

Départements : Management et Ressources Humaines


Die spezifische Situation der österreichischen Banken und die zum Teil dramatischen Veränderungen, denen Banken heute ausgesetzt sind, sind untrennbar mit ihrer politisch-ökonomischen Entwicklungsgeschichte verwoben. Wesentliche heutige Probleme sind sog. unvorhergesehene Folgen einer strategischen Entscheidung der österreichischen Regierung in den Nachkriegsjahren des 2. Weltkrieges: Um zu verhindern, dass grosse Banken und wichtige Industrien als 'Deutsches Eigentum' von den Aliierten übernommen wurden, wurden diese 'nationalisiert', d.h. in das Eigentum des Staates übertragen. Die damaligen Vorteile mündeten bald in offensichtliche Nachteile: grosser Einfluss des Staates bzw. der politischen Parteien, geringe strukturelle Flexibilität, schwache Ertragssituation. Heute gibt es in Österreich ' bezogen auf den europäischen Durchschnitt ' zu viele Bankfilialen, zu viele Bankangestellte, die ausserdem mit ihren Lohnkosten deutlich über dem europäischen Durchschnitt liegen. Zusätzlich ist trotz inzwischen erfolgter Privatisierungen auch heute der Einfluss des Staates bzw. der politischen Parteien noch immer unübersehbar.


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